Ethanol (Medizin)

Der als Ethanol bekannte Bioalkohol ist eine leicht zu entzündende, farblose und streng riechende flüssige Substanz. In der Alltagssprache wird Ethanol als Alkohol bezeichnet. Bioalkohol ist eine Droge, die jedoch in fast allen Ländern der Erde legal konsumiert werden kann. Konsumiert wird Alkohol in Form von verschiedensten Alkoholika wie Wein, Bier oder Likören, etc. Allerdings ist es untersagt unter dem Einfluss des Rauschmittels Alkohol z.B. Schiffe, Flugzeuge und Autos zu führen. Dies ist in der Regel auch unter Strafe gestellt. Doch der Alkohol Ethanol ist nicht nur eine “legale Droge”, sondern kommt sowohl in Lebensmitteln als auch in nutzbringenden Bereichen zum Einsatz. So auch in der Medizin. Hier findet sich das Ethanol in allen möglichen Arten von Medikamenten wieder.

Bereits seit jeher wird Alkohol bei der Herstellung von rein pflanzlichen Medikamenten verwendet. Ethanol bewirkt hier, dass der Wirkstoffgehalt besonders hoch ist. Alkohol findet auch Anwendung im Bereich der Desinfektion oder auch als Antiseptikum. Hierbei ist die Wirksamkeit von der Höhe der Konzentration des Wasser- Alkohol- Gemisches abhängig. Ab einer Konzentration von ca. 70% wirkt das Ethanol sogar tödlich, da die Bakterienhüllen innerhalb von nur einer Minute zerstört werden, was man als Bakterizide bezeichnet. Nur eingeschränkt ist Alkohol gegen Viren wirksam und gegen Bakterien Endosporen ist Ethanol unwirksam. Bei offenen Wunden sollte Alkohol hingegen nicht angewendet werden, da dies sehr schmerzhaft sein kann.

Zum Desinfizieren der z.B. Hände werden ferner keine Lösungen mit einem Gehalt von 80% Alkohol angewendet, da hier die Hautverträglichkeit nicht mehr gegeben ist. Nur selten sollten solche Lösungen zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu einer Alkohollösung von 70% wirkt das reine Ethanol nicht mehr desinfizierend, da er nun die Bakterienhülle verstärkt und nicht mehr zerstört. Alkoholische Getränke eignen sich ferner nur ab einem Ethanolgehalt von 16% als desinfizierendes Mittel. Ferner wird Alkohollösung von 95% in der Medizin für die Verödung von so bezeichneten “heißen” Knoten in der Schilddrüse und auch für andere Arten von Tumoren verwendet.
Alle möglichen Arten von flüssigen Arzneimitteln enthalten als Lösungsmittel Alkohol, da sehr viele wirksame Bestandteile nicht wasserlöslich sind. Somit kann Alkohol als sehr wichtiger Träger für die Herstellung von Phytomedizin (Pflanzlichen Medikamenten) bezeichnet werden.

Alkohol kann allerdings auch durch das Einreiben der Haut die Durchblutung fördern (Franzbranntwein) oder wird zur Behandlung von Insektenstichen eingesetzt. Hierbei wird ein mit Ethanol getränktes Tuch für einige Minuten auf den Stich gelegt, was zur Schmerzlinderung und zur Unterdrückung des Juckreizes führt.

Die erste Maßnahme nach einer Vergiftung mit dem mit Ethanol verwandten, aber toxischen Methanol wird Ethanol sofort intravenös gespritzt, damit das von der Leber ausgeschüttete Enzym zum Methanolabbau zunächst das Ethanol abbaut, damit Methanol nicht in seine giftigen Bestandteile zerlegt wird.

Im Allgemeinen gilt, dass der Alkoholgehalt in den Arzneimitteln für den Menschen vollkommen unbedenklich ist. Dies gilt auch, wenn das Mittel von dem Patienten über einen etwas längeren Zeitraum eingenommen wird.
In der Regel gelten Medikamente mit Alkoholgehalt unter den fachkundigen Pharmazeuten nicht als abhängigmachend. Allerdings sollten Alkoholkranke keine ethanolhaltigen Arzneimittel einnehmen, da bei “trockenen Alkoholikern” schon der geringste Tropfen wieder in die Abhängigkeit führen kann.

Medikamente, die Ethanol enthalten haben in etwa einen Gehalt von 30- 50 Volumenprozent Alkohol, welcher in sehr geringen Mengen eingenommen wird (Einzeldosis= ca. 2 ml). Aus einer solchen Einzeldosis ergibt sich dann ein Blutalkoholspiegel bis zu 0,02%, welcher nach ein paar Minuten wieder abgebaut ist.