Bioalkohol
Ein weitaus geläufigerer Begriff für den Bioalkohol ist Ethanol. Es handelt sich dabei um eine leichtentzündliche und farblose Flüssigkeit, die zudem auch noch stechend riecht. Umgangssprachlicht ist zumeist nur von Alkohol die Rede. Auch sind noch weitaus ältere Begriffe wie Weingeist oder gar Spiritus im Umlauf. Aus naturwissenschaftlicher Sicht kommt auch die Abkürzung EtOH zum Einsatz.
Bioalkohol ist ein berauschendes Mittel, dessen Genuss in den meisten Ländern auf dieser Erde gestattet ist. Es gibt allerdings gesetzliche Festlegungen, wonach beispielsweise kein übermäßiger Konsum erlaubt ist, wenn im Anschluss ein Kraftfahrzeug geführt wird. Des Weiteren gilt dies natürlich auch für das Führen von Schiffen oder Flugzeugen. Bei Zuwiderhandlungen ist mit teils harten Strafen zu rechnen.
Ethanol kann auch auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die Entstehung erfolgt auf natürliche Art und Weise, wenn es zur Vergärung von Früchten kommt, die Zucker enthalten. Aufgrund dieses Vorgangs sind schon vor langer Zeit Menschen auf die Substanz und wohl auch auf die Wirkung aufmerksam geworden. Schon auf Schriftrollen aus dem alten Ägypten und auch auf alt-mesopotamischen Keilschrifttafeln lassen sich Hinweise auf die Herstellung von Alkohol zu jener Zeit entdecken. In der Bibel wird der Bioalkohol erstmalig im ersten Buch von Moses erwähnt.
Zunächst einmal wurde mit Hilfe von alter Hefe Bier erzeugt und nach und nach schritt die Entwicklung soweit voran, dass Wein erzeugt werden konnte. Die Getränke damals enthielten aber in den meisten der Fälle nicht soviel Alkohol, wie das die Menschen heute gewohnt sind. Dies liegt auch an der Zusammensetzung von Wildhefe. Allerdings ist es erwiesen, dass Ethanol schon vor langer Zeit getrunken wurde, um einen berauschenden Zustand herbeizuführen. Zu Zeiten der Antike ist der Wein aus der griechischen und auch der römischen Kultur nicht mehr wegzudenken gewesen. Dies wurde in beiden Kulturkreisen auch mit einem eigenen Gott gewürdigt.
Auf dem Gebiet, wo sich heute die Türkei befindet soll der Ursprung der Herstellung von hochprozentigen Branntweinen sein. Diese sollen hier schon 1000 Jahre nach Christus destilliert worden sein. Die so genannte Neue Welt trug zur Mitte des 18. Jahrhunderts dazu bei, dass die Flächen für die Landwirtschaft größer wurden. Dadurch sind die Getreidepreise gesunken und es gab in Folge dessen zuviel Getreide. Dieses wurde verwendet, um damit Gin herzustellen. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts konnte ein Rückgang verzeichnet werden, was den Konsum von Bioalkohol angeht. Allerdings trug die Industrialisierung dazu bei, dass mehr Ethanol getrunken wurde. Das lag auch an den sehr billigen Preisen für Spirituosen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch damit begonnen massivst für diese Getränke zu werben, was nochmals für einen enormen Aufschwung des Konsums sorgte.
Neben sämtlichen Spirituosen kommt Ethanol aber auch beispielsweise in reifen Früchten vor. Er ist das Produkt einer natürlichen Gärung. Auch deshalb wird er ja oft als Bioalkohol bezeichnet. Da Alkohol berauschen wirkt, muss er auch mit Hilfe der Industrie erzeugt werden. Keine Droge auf der Welt ist weiter verbreitet als Alkohol. Jedoch gilt zu beachten, dass der Mensch auch abhängig werden kann, wie von jeder anderen Droge auch.
Kommen wir nun zur Herstellung von Ethanol. Erstmals reiner Alkohol konnte gewonnen werden von Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al Razi. Er war aus Persien und neben seiner Tätigkeit als Arzt auch noch Naturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller. Er schaffte es durch die Destillation aus Wein reinen Alkohol zu gewinnen. Bioalkohol kann aber auch, wie bereits erwähnt, durch Gärung entstehen. Die geht von statten, wenn zucker- oder auch stärkehaltige Materialien mittels Hefe oder Bakterien vergären. Die kontrollierte Durchführung von diesem Prozess erfolgt beispielsweise bei der Herstellung von Wein und auch beim Bier ist es so. Mit Hilfe von Destillation kann eine Erhöhung des Alkoholgehalts im Ethanol erreicht werden. Die Rede ist dann von so genannten Spirituosen.